Der Vorfall hat sich bei einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi ereignet. Die Polizei spricht von mehreren Verletzten, darunter einige schwer. Was bisher bekannt ist.
In der Münchner Innenstadt ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschengruppe gefahren. Dabei sind laut bisherigen Erkenntnissen mehr als 20 Personen verletzt worden. Die Polizei München schreibt auf X, zwei Personen seien schwer verletzt. Laut dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter befinden sich unter den Verletzten auch Kinder.
Der Vorfall ereignete sich gegen 10 Uhr 30 am Münchner Stiglmaierplatz. Laut der Polizei fand eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi statt, als ein Mann in einem Auto von hinten in Richtung der Menschengruppe fuhr. Dabei habe der Mann ein Polizeiauto überholt, habe beschleunigt und sei im Bereich der Seidlstrasse in eine Versammlung gefahren. Beamte hätten bei der Festnahme einmal auf das Auto geschossen, wie die Polizei mitteilt.
Am Freitag startet die in München die Sicherheitskonferenz, zu der hochrangige Politiker erwartet werden. Laut CSU-Ministerpräsident Markus Söder ist deshalb die Präsenz der Polizei in der Innenstadt hoch und ein schnelles Eingreifen möglich gewesen.
Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich laut der Polizei um einen 24-jährigen Afghanen. Der Mann lebe als Asylbewerber in Deutschland, hiess es an einer Pressekonferenz vom Tatort.
Innenminister Joachim Herrmann teilt mit, der Mann sei der Polizei bereits wegen Ladendiebstahls- und Betäubungsmitteldelikten bekannt gewesen. Das Asylgesuch des Mannes sei bereits abgelehnt worden. Man habe ihn jedoch «im Moment» nicht abschieben können, weshalb er sich weiter in Deutschland habe aufhalten können.
Ein Polizeisprecher teilte mit, dass vom mutmasslichen Täter derzeit keine weitere Gefahr ausgehe. «Wir haben keinen Anlass zur Annahme, dass eine Gefahr für die Bevölkerung besteht.» Hinweise auf weitere Beteiligte gibt es laut der Polizei keine.
Der Verdächtige Afghane soll vor der Tat einen mutmasslich islamistischen Post abgesetzt haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der Mann einen entsprechenden Inhalt in sozialen Netzwerken geteilt. Der «Spiegel» hatte zuvor von mutmasslich islamistischen Beiträgen des Verdächtigen geschrieben.
Ministerpräsident Söder sprach an der Pressekonferenz von einem mutmasslichen Anschlag. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich teilte mit, dass die bayerische Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus der Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlung übernimmt.
Die genauen Hintergründe zur Tat sind jedoch noch unklar. Zudem wird noch ermittelt, ob das Auto absichtlich in die Menschengruppe gesteuert wurde. Laut dem Innenminister Herrmann gehen die Sicherheitsbehörden derzeit nicht von einem Zusammenhang mit der Münchner Sicherheitskonferenz aus.
CSU-Chef Söder sagte, der Anschlag in München zeige, dass sich in Deutschland etwas Grundlegendes ändern müsse. «Wir reagieren bei jedem solchen Anschlag besonnen, aber ich sage Ihnen auch, dass unsere Entschlossenheit wächst. Es ist nicht der erste Fall, und wer weiss, was noch passiert», sagt Söder in München. «Wir können nicht von Anschlag zu Anschlag gehen und Betroffenheit zeigen, sondern müssen auch tatsächlich etwas ändern.» Für Bayern ist es nach einer Messerattacke auf eine Gruppe Kinder im Januar in Aschaffenburg bereits der zweite Anschlag durch einen Asylbewerber in diesem Jahr.
Der CDU-Chef und Kanzlerkandidat Friedrich Merz teilte auf X mit: «Die Sicherheit der Menschen in Deutschland wird für uns an erster Stelle stehen. Wir werden Recht und Ordnung konsequent durchsetzen.» Jeder müsse sich in Deutschland wieder sicher fühlen.
Bundeskanzler Olaf Scholz äusserte sich vor einem Wahlkampfauftritt zu den Ereignissen in München. Scholz sagte, der Täter müsse bestraft werden und das Land verlassen, sobald das Gerichtsverfahren abgeschlossen sei. Die Justiz müsse mit all ihren Möglichkeiten hart gegen den Täter vorgehen.
Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser fordert mehr Härte durch den Rechtsstaat. Die Gesetze zur Ausweisung von Gewalttätern und für mehr Abschiebungen seien «massiv verschärft» worden und müssten nun auch konsequent durchgesetzt werden. Faser sagte: «Als einziger Staat in Europa schieben wir trotz der Taliban-Herrschaft wieder nach Afghanistan ab und werden das weiter tun.»
Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann kritisierte jedoch, dass seit Jahren nicht nach Afghanistan abgeschoben worden sei. Nur ein einziges Mal habe die deutsche Regierung angeordnet, schwerste Straftäter abzuschieben. Sonst sei in Berlin bisher die Linie, dass nach Afghanistan nicht abgeschoben werden könne. Deshalb habe bei Tausenden von Afghanen mit abgelehntem Asylantrag bislang keine Abschiebung stattfinden können.
Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Dachauer Strasse und der Seidlstrasse.
Mit Agenturmaterial.