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Fertig Fischstäbchen? Neue EU-Sanktionen gegen Russland könnten deutsche Fischindustrie entscheidend treffen

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Die geplanten neuen Russland-Sanktionen der Europäischen Union könnten ausgerechnet die deutsche Fischindustrie empfindlich treffen. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen kündigte bei der Vorstellung des 21. Sanktionspakets an, dass erstmals auch die Fischerei in den Fokus rücken soll, berichtet die Berliner Zeitung. Vorgesehen sind erhebliche Einschränkungen für russische Fischimporte, für einzelne Produkte wie Kabeljau sogar vollständige Einfuhrverbote.

MARTIN RUETSCHI / KEYSTONE
Majonaese auf Fischstaebchen (Symbolbild)
MARTIN RUETSCHI / KEYSTONE

Betroffen wäre vor allem Deutschland. Nach Angaben von Eurostat entfielen 2025 rund 40 Prozent des Werts aller russischen Fischimporte in die EU auf den deutschen Markt. Gleichzeitig hat sich die Abhängigkeit der deutschen Fischverarbeitung von russischen Lieferungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Einfuhren russischer Fischprodukte seit 2021 nahezu verdreifacht wurden. Im vergangenen Jahr importierte Deutschland rund 109.000 Tonnen Fisch und Fischereierzeugnisse aus Russland im Wert von mehr als 311 Millionen Euro. Damit stammten zuletzt 16,6 Prozent aller nach Deutschland eingeführten Fischprodukte aus Russland.

Besonders bedeutsam ist der Alaska-Pollack, besser bekannt als Alaska-Seelachs. Nach Analysen des Thünen-Instituts stammen zwischen 55 und 72 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Alaska-Pollacks direkt oder indirekt aus russischen Quellen. Der Fisch bildet die Grundlage für einen grossen Teil der Fischstäbchen und Schlemmerfilets im deutschen Einzelhandel. Allein die Einfuhr gefrorener Alaska-Seelachs-Filets aus Russland erreichte 2025 rund 93.500 Tonnen.

Branchenvertreter und Wissenschaftler warnen vor den Folgen eines Importstopps. Das Thünen-Institut rechnet mit «erheblichen Auswirkungen auf das Angebot und die Preise der Produkte sowie auf die Arbeitsplätze in der deutschen fischverarbeitenden Industrie». Besonders Küstenregionen mit einer starken Fischverarbeitung könnten unter Druck geraten. Alternative Lieferanten stünden nur begrenzt zur Verfügung, da Russland mehr als die Hälfte der weltweiten Alaska-Pollack-Fänge stellt. Ein vollständiger Ersatz der russischen Ware sei weder hinsichtlich Menge noch Preis realistisch.

Die politische Entscheidung steht allerdings noch aus. Das Sanktionspaket muss von allen 27 EU-Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen werden.

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